Holguín ist die Schönste
DANK SEINER BREITGEFÄCHERTEN MÖGLICHKEITEN IST HOLGUÍN EIN GANZ BESONDERES REISEZIEL, DAS SECHS VERSCHIEDENE PRODUKTE IN SICH VEREINT: SONNE UND STRAND, NATUR, SPEZIALISIERTEN GESUNDHEITSTOURISMUS, JACHTHÄFEN UND WASSERSPORT, EVENTS UND STADT
Nur wenige Minuten trennen den Besucher, der auf dem Internationalen Flughafen Frank País landet, von Holguín, der kubanischen Stadt der Parks, die wegen ihrer zahlreichen grünen Oasen in Form von Gärten und Parkanlagen so genannt wird. Die quadratischen Anlagen werden von gerade verlaufenden Straßen begrenzt, die dazu einladen, durch die Stadt zu spazieren und aus erster Hand das tägliche Leben zu erkunden, das reich ist an kulturellen Traditionen und außerdem durch seine große Gastfreundschaft charakterisiert ist.
Die Stadt wurde am 3. April 1720 als Hato de San Isidoro de Holguín gegründet, am Vorabend von San Isidoro, mit der Eröffnung der gleichnamigen Kirche, die außerdem unter den Schutz von Nuestra Señora del Rosario gestellt wurde und der die rechts vom neuen Tempel befindliche Kapelle gewidmet wurde.
Fast zwei Jahrhunderte vorher hatte der spanische Kapitän Don Francisco García Holguín —prämiert mit einer königlichen Gunstbezeigung aufgrund von Aktionen bei der Eroberung Mexikos – zusammen mit seiner Frau Doña Isabel Fernández de Sandoval, und einigen Gefolgsleuten, denen sich die Eingeborenen des Gebiets anschlossen, die erste Siedlung zwischen den Flüssen Jigüe und Marañón gegründet.
Im Herzen des historischen Stadtzentrums, das von den wichtigsten Parks umgeben ist, können sich die Besucher das Provinzmuseum für Geschichte La Periquera, das Museum für Naturwissenschaften Carlos de la Torre Huerta — das über eine der bedeutendsten Sammlungen der Malakologie Amerikas verfügt —, die Kathedrale San Isidoro mit ihrem Monument für Juan Pablo II., die Kirche San José, das Theater Eddy Suñol und das Kulturzentrum La Marqueta ansehen.
Möglicherweise ist der bekannteste Ort der Stadt der Loma de la Cruz (Hügel des Kreuzes) — vormals Cerro Bayado —, der am nördlichen Ende liegt und von dem aus man dank seiner 261 Meter Höhe praktisch die gesamte Stadt betrachten kann. Über die Landstraße gelangt man bis hinauf, allerdings ist es für die Einwohner von Holguín eine Notwendigkeit, die 458 Stufen der langen Treppe hinauf zu steigen, die am Fuß des Hügels beginnt.
Der Ort ist eng mit der Geschichte der Stadt verbunden und erhielt seinen Namen am 3. Mai 1790, als die Einwohner der Stadt den Bruder Francisco Antonio de Alegría begleiteten, der auf der Spitze ein Kreuz aus Holz anbrachte und damit eine religiöse Tradition einleitete, die Romerías de la Cruz. Mit der Zeit wurde daraus die wichtigste Festlichkeit der Einwohner Holguíns: Die Romerías de Mayo. Während der Feiertage finden Veranstaltungen sämtlicher künstlerischer Äußerungen statt und sie beginnen mit einer Wallfahrt eben zu jener Stelle, an der das Kreuz steht.
KULTURELLE HÖHEPUNKTE
Alljährlich finden in Holguín auch das Fest der Iberoamerikanischen Kultur im Monat Oktober und das Festival des Son statt. Sehr berühmt ist auch das Festival de Cine Pobre (Festival des armen Filmschaffens) Humberto Solás, das in der kleinen Stadt Gibara veranstaltet wird, die 32 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt direct an der gleichnamigen Bucht liegt. Zur Unterbringung gibt es in der Stadt das Hotel Pernik, die Villa El Bosque und die Villa Mayabe. Letztgenannte befindet sich auf der gleichnamigen Anhöhe, die nur Minuten vom Stadtzentrum entfernt ist und von deren Aussichtsplattform aus die Fluren zu sehen sind, die die Stadt umgeben. Im dortigen kreolischen Restaurant können exquisite Speisen auf der Grundlage von Pferdefleisch oder Schweinebraten, tropische Früchte und traditionelle kubanische und internationale Cocktails genossen werden.
Am Abend können Sie das Theater Eddy Suñol besuchen, das das angesehene Lyrische Theater von Holguín beherbergt, oder den Rincón de El Guayabero, einen kleinen Klub, in dem die von Faustino Oramas, einem berühmten ortsansässigen Liedermacher, geschaffenen doppelsinnig- witzigen Lieder zu hören sind. Auch die unvergleichlichen kubanischen Nächte des Kabarets Nuevo Nocturno sind eine gute Empfehlung.
EIN GANZ BESONDERER AUSFLUG
Die im Osten gelegene kubanische Provinz wird von einem vortrefflichen Küstenstreifen begrenzt. Im Unterschied zu den niedrigen Küsten von Varadero und der im Norden von Villa Clara (Santa María, Ensenachos) und von Ciego de Avila (Cayo Coco, Cayo Guillermo) gelegenen Strände drängen sich die Holguíns (Pesquero, Guardalavaca, Esmeralda, Don Lino, Blanca, Turquesa owie mehrere andere) zwischen den Steilwänden hindurch, die von den leichten Erhebungen der Küste abgehen. Umgeben von üppiger Vegetation und wunderschönen Bächen mit kristallklarem Wasser, findet man hier außerdem reichhaltige Unterwasserlandschaften und Fischereigebiete. Auch Las Guanas lohnt sich, anzusehen und das örtliche Museum „Chorro de Maíta“ zu besuchen, eine Enklave, die mittels eines Taino-Dorfes mit seinem Friedhof die Kultur der Eingeborenenstämme nachempfindet. Daneben erstreckt sich eine Reihe von Hotels mit verschiedenartigen Angeboten für alle Sektoren des internationalen Tourismus.
Unter den Angeboten der Region dürfen auch der Naturpark Bahía de Naranjo und Cayo Saetía nicht vergessen werden. Der erste verfügt über natürliche Schwimmbecken, Restaurants und ein Delfinarium, in dem sich die Besucher nicht nur an den gewohnten Shows erfreuen, sondern sogar mit diesen verspielten Meeressäugetieren baden können. Die Ausflüge auf die kleine Insel Cayo Saetía gehören zu jenen, die am meisten nachgefragt werden, was voll gerechtfertigt ist, da es sich hierbei um einen 42 km² großen Schatz der Natur mit eigenem Kai handelt. Hier findet man eine außerordentliche tropische Vegetation, Seen im Inneren der Insel und 12 Strände vor. Auf der Insel leben in voller Freiheit Antilopen, Büffel, Hirsche, Zebras, Wildschweine und Straußvögel, Arten, die künstlich eingeführt wurden, aber gut auf das Zusammenleben mit der einheimischen Tierund Pflanzenwelt abgestimmt worden sind.
Ein weiterer Ort von hohem historischem Wert ist Birán, wo ein schönes Museum im Geburtshaus des Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz und seines Bruders Raúl, gegenwärtiger Präsident des Staats- und des Ministerrates, eingerichtet worden ist.
Die archäologische Hauptstadt Kubas, Banes, die so genannte Villa Blanca von Gibara und die bereits erwähnte Provinzhauptstadt Holguín vervollkommnen und akzentuieren die touristischen Werte einer Region, die jene natürlichen Reize bewahren, die so viel Staunen und Bewunderung bei dem genuesischen Admiral Christoph Kolumbus ausgelöst hatten.