Sehr früh hinaus ins Freie, ein Kokettieren mit den Kontrasten der Natur und Kontakt mit der Landbevölkerung; alles in allem ein Luxusprogramm für den Besucher der Provinz Pinar del Río im kubanischen Westen, die als die Tabakregion par excellence bekannt ist.

Frühmorgens, wenn die Sonne noch nicht so stark brennt, ist die beste Zeit für einen Gang durch das Viñales-Tal in der Provinz Pinar del Río. Es ist in sämtliche Farben gekleidet, die ein Liebhaber der Natur erwarten kann.

Mit bloßem Auge sieht man die kegelförmigen Erhebungen, Mogotes genannt, in einem die Sinne überflutenden Grün, aus dem die Königspalme, der Nationalbaum des Landes, ragt. Wie Inkrustationen machen sich die Tabakpflanzungen in dieser Landschaft aus. Ihre Besonderheit liegt in der perfekten Bodenbeschaffenheit für das Gedeihen der Pflanze sowie in den ihre hohe Qualität sehr fördernden klimatischen Bedingungen. Begibt man sich früh genug auf den Weg, findet man auch auf den kleinsten Pfaden all den Zauber, der den Tag zu einem Erlebnis werden lässt. Darin steckt ganz ohne Zweifel die magische Wirkung des Ortes.

Bei ausländischen Besuchern, die ihren Urlaub in Kuba verbringen, ist das Viñales-Tal eine der bekanntesten touristischen Stätten. Für Naturforscher ist das Gebiet als geologischer Komplex von Bedeutung; vorherrschend sind Kalkstein, Schieferstein, Tonschiefer und Sandstein. Die ideale Ergänzung sind die Karstgebiete, speziell die für Bergsteiger idealen Mogotes mit ihren abgerundeten Gipfeln und steil abfallenden Hängen. In dem etwa elf Kilometer langen und fünf Kilometer breiten Karsttal stehen drei renommierte Hotelanlagen: Los Jazmines, La Ermita und Rancho San Vicente.

Ist vom Viñales-Tal die Rede, hat man unwillkürlich auch den Tabak vor Augen; jenes Blatt, aus dem die Havannazigarren, seit geraumer Zeit schlicht Habanos genannt, gefertigt werden. Und vom Gebiet um Vuelta Abajo heißt es, von hier stamme das beste Rohmaterial für das Deckblatt der Zigarre. Der Weg ist unkompliziert; auf der Landesautobahn sind es etwa drei Stunden. Weiter westlich führt der Weg zur Sierra del Rosario mit der höchsten Erhebung der Zone, dem 699 Meter hohen Pan de Guajaibón. Und südwärts der Provinzhauptstadt das Eldorado der Tabakkulturen: die Ebenen von San Juan und Martínez. Die Pflanzungen stehen entweder frei oder unter Gazetüchern, speziell die für das Deckblatt bestimmten. Der Gang kann bei den "escogidas" enden. Es ist dies das erste große Sortieren der Blätter und der Prozess zwischen Anbau und Industrie.

Sei es auf dem Hin- oder dem Rückweg, die Zigarrenfabrik Francisco Donatién sollte man unbedingt besuchen und in ihrem Shop El Estanco eine Kiste Habanos kaufen. Im Viñales-Tal sollte man die Felswand der Prähistorie besuchen, die die verschiedenen Entwicklungsetappen der Menschheit zeigt.

Auch sollte man eine Bootsfahrt durch die Santo Tomás Höhle nicht auf später verschieben, ebenso nicht den Kauf einer Flasche Guayabita del Pinar, diesem - herb oder süß - typischen Getränk dieser Zone. Zwar ist die Liste dieser Reise durchaus nicht kurz, doch das Beste daran sind die Exkursionen. Man kann die Natur ent- decken, sich mit den sehr freundlichen und mitteilsamen hier lebenden Menschen unterhalten und die Raucher können eine erstklassige Habano erwerben.