Zentralamerika. SO KLEIN... UN DOCH SO GROSS
Wenn man bedenkt, dass Zentralamerika nur 522 775 Quadratkilometer groß ist, versetzt die Vielfalt an touristischen Zielgebieten und Attraktionen freilich in Erstaunen. Zur Region gehören Guatemala, Belize, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama. Ihre weiten Küsten am Karibischen Meer und dem Pazifischen Ozean schmücken idyllische und einsame Strände. Ein großer Teil dieser Länder sind Erben der Mayakultur, deren wundervolles Erbe – ebenso wie das der Kolonialepoche – sie zur Schau stellen. Gleichsam gemein ist diesen Nationen das Magische und Mystische der präsenten indigenen Kulturen. Mehr als vierzig große ethnische Gruppen bewahren ihren Lebensstil im natürlichen Milieu, verwurzelte Traditionen, eigene Sprachen, Riten und Kunsthandwerk, wodurch ein erstaunliches soziokulturelles Mosaik zustande kommt. All das verheißt, auf der Basis der gegebenen Möglichkeiten eins der vielfältigsten Angebote zu werden; denn das ganze Jahr über ist alles vorhanden, sei es für Naturfreunde oder für jene, die Abgeschiedenheit am einsamen Strand lieben oder jene, die sich für Geschichte und Kultur interessieren. Die zentralamerikanischen Länder haben dies im Auge behalten und fördern die Destination gegenwärtig mit einer Multiproduktvision im gemeinsamen Bemühen um ein regionales Angebot, das sich bereits als eine ausgezeichnete Idee erweist. Außerdem hat die Region sieben Hauptstädte zu bieten – einige wurden zum Weltkulturgut erklärt –, deren Architektur eklektischen Charakter trägt. Sie besitzen eine bunte Palette von Beherbergungsanlagen, auch Kongresszentren, Golfplätze, Museen, Geschäftszentren, Märkte des Kunsthandwerks und viel Reizvolles. Ergänzt wird das Ganze durch die Gastlichkeit, das angenehme Klima und den immensen Reichtum Zentralamerikas an Kultur und Natur; das alles lässt die Region, die so klein ist, gleichsam so groß werden.
Guatemala. die Seele der Erde
Ein Besuch dieses Landes ist wie eine Reise in seine Jahrhunderte zurückliegende Geschichte. Beginnen wir also mit La Antigua Guatemala (Alt-Guatemala), ein Juwel der Kolonialepoche, wo an allem die Vergangenheit haftet: an den Bewohnern mit ausgeprägten Zügen ihrer Mayavorfahren; den gepflasterten Straßen; den Ziegelmauern; den Lehmziegeldächern, die Feuchtigkeit und Regen herausfordern; dem bunten Markt in Chichicastenango, auf dem Stelen und anderes sehr schönes Kunsthandwerk erhältlich ist; dazu die Schätze der intakten unberührten Wälder; die üppige Natur mit ihren Seen, Flüssen und Stränden. Neben der Staatssprache Spanisch werden in Guatemala 21 Dialekte der Maya gesprochen. Diese Zivilisation, noch heute live präsent, hinterließ dem Land ein reiches kulturelles Erbe. Von Tikal, Natur- und Kulturerbe der Menschheit und als das Herz der Welt der Maya geltend, führt eine über eine Tour von reichlich einer Woche nach Süden mit Halt in Yaxhá-Nakum-Naranjo, Dos Pilas, Aguateca, Cancuén, Mixco Viejo, Iximché und Tokalik Abaj. Und während man mit jener Kultur Kontakt aufnimmt, kann man die Landschaften genießen, denn alle diese einstigen Städte und Tempel der Maya sind von herrlicher Natur umgeben. Iza bal, jener Winkel der guatemaltekischen Karibik, und viele Orte am Pazifik wie Monterrico, San José und Sipocate, alle sind sie einen Besuch wert in diesem Land, das in puncto Artenvielfalt unseres Planeten einen der bedeutendsten Plätze besetzt.
Koloniale Städte und Gemeinden, Kunsthandwerker und vorzügliche Künstler, Folklore und Tradition, präsente Kulturen und eine große Artenvielfalt; das alles ist Zentralamerika, das auf weniger als ein Prozent Erdoberfläche annähernd zehn Prozent sämtlicher bekannter Lebensformen und 17 Prozent der Arten konzentriert, wobei 22 Prozent seines Territoriums geschützte Gebiete sind und zum Biologischen Korridor Mittelamerikas gehören.
Belize. ein wunderbares erlebnis
Viele haben keine Vorstellung, was das Land der dichten Wälder und des exotischen Geschmacks nach Salz und Karibik alles bescheren kann. Es besitzt mehr als 300 Kilometer Küste, an der vorzügliche Strände mit angenehmen Hotels und reichhaltigem Wassersportangebot einladen. Ein weites Korallenriff schützt den Küstenstreifen, damit auch die Ruhe und Schönheit der Strände fördernd. Für Sportfischer und Taucher ist dieses Zielgebiet mit etwa 400 Fischarten und 60 Korallenarten ein wahres Paradies. Der Wassersport bildet daher eine der großen Attraktionen, da auch die vielen Mini-Inseln in die Seafaris, organisiert von den Marinas am Festland, einbezogen werden. Wenn auch das Meer der Hauptpfeiler Belizes ist, so dürfen doch seine Naturgüter nicht übersehen werden. Mutter Natur schenkte dem Land große Wälder, in denen zahlreiche Tierarten leben und in deren dichtestem Inneren viele Spuren und Tempel der Mayazivilisation von vor mindestens 2000 Jahren erhalten sind. Die Route zu diesen Stätten, sei es von Belize-Stadt aus an der Karibikküste, sei es von Belmopan aus zum Landeszentrum führt zeitweise durch den Dschungel, wo Dörfer der Ureinwohner und ländliche Siedlungen auftauchen, die wie Andenken aus einer fernen Vergangenheit anmuten. Wenn auch die Einwohnerzahl Belizes eine viertel Million nicht übersteigt, so sind in der Bevölkerung jedoch einer großen Vielfalt und Reichtum von Kulturen und Traditionen vertreten, die im täglichen Miteinander eine ganz besondere Sprache schufen, das Kriol, eine Melange aus der Staatssprache Englisch mit Spanisch, Garifuna und Dialekten der Maya und der Afrikaner.
El Salvador. der Kern Zentralamerikas
Neben Belize gehört dieses Land zu den kleinsten der Region. Es besitzt ein einwandfreies Straßennetz, und das hat den Vorteil, dass für einen schnellen Blick nur ganz wenige Tage genügen. Der Pazifische Ozean belebt die Strände mit ihren empfehlenswerten Unterkünften. Die berühmtesten Strände sind La Libertad, Punta Roca, Zunzal, Costa del Sol und Las Flores. Mehrere Vulkane prägen die Geographie El Salvadors. Dem Ausbruch des Loma Caldera verdankt man heute die Existenz der archäologischen Stätte Joya de Cerén, eine Mayagemeinde, die im Jahr 600 n.Chr. unter der Asche begraben wurde. Die unesco erklärte die Stätte zum Weltkulturgut, denn sie gibt Zeugnis über Leben und Gewohnheiten der Vorfahren jener Zivilisation. Ein weiteres Wunder der Vergangenheit ist San Andrés, ebenfalls unweit der Hauptstadt San Salvador. Für Ökotouristen hält El Salvador intensive Exkursionen zu den Vulkanen bereit sowie Fahrten mit Kajak, Kanu und Schlauchboot auf den Flüssen Lempa und Paz; oder auch Trekking in den Nationalparks Montecristo, Perkin, Cerro Verde und El Imposible. Die Städte Chalchuapa, Izalco, Concepción de Ataco und vor allem das reizvolle Suchitoto, sie alle atmen ein unversehrtes koloniales Ambiente. Suchitoto ist etwas ganz Besonderes; Maler und Künstler ließen sich hier nieder und schufen, vor dem Hintergrund der imposanten Vulkanlandschaft, ein echtes Bohemeambiente.
Nicaragua. mit viel Herz
Ein schönes Land mit Wäldern, Seen, Vulkanen und wunderbaren Menschen, einfach und gastlich und bereit, unserem Herzen ein gesundes Glücksgefühl zu vermitteln. Das 130 700 Quadratkilometer große Land besitzt die beiden bedeutendsten Seen Zentralamerikas. Von der Ostküste am Karibischen Meer sind Bluefields und Corn Island – Korallenkey mit grünem Herzen und feinem weißen Sandstrand – zu nennen, und im Westen bespült der Pazifik ausgezeichnete Strände wie Aposentillo, Montelimar, Ponoloya, Chococante, Majagual und El Coco. In der Hauptstadt Managua gibt es einwandfreie Hotels und Sehenswertes wie die neue Kathedrale, das Stadtzentrum und touristische Attraktionen am Tiscapa See mit Optionen wie Canopy. Ein absolutes Muss ist der Besuch des Marktes von Huembes mit seinem einmaligen Kunsthandwerk und des Nationalmuseums Huellas de Acahualinca. Am Abend wird Managua zu einer lebhaften Stadt mit geöffneten Kasinos, Bars, Diskotheken, Kinos, Theatern sowie angenehmen Restaurants mit internationaler und einheimischer Küche. Für den Besuch des Binnenlandes bieten die Reiseveranstalter die Tour ins Grüne, auch Kaffee-Tour genannt; eine große Rundfahrt durch das natürliche Herz des Landes, durchfurcht von Flüssen und bestanden von Wäldern; sie führt in einer fast perfekten Runde durch Matagalpa, Jinotega, Nueva Segovia, Madriz und Estelí. Unterwegs lösen die Angebote einander ab: Rappel an den Wasserfällen, Trekking und Canopy an Vulkankratern und das einmalige Erlebnis, am Vulkan Cerro Negro Sandski zu fahren. Wer nicht viel Zeit hat, sollte sich ohne Zwischenaufenthalt nach Granada begeben. Diese typische Kolonialstadt wurde 1524 gegründet und gilt als die in Zentralamerika am besten erhaltene Stadt ihrer Art. Ihr Reiz wird erhöht durch ihren Gründungsort am Fuße des Vulkans Mombacho, heute großes Naturreservat, und am Ufer des Cocibolca Sees, des sogenannten Süßen Sees, in dem neben anderen Kuriositäten die weltweit einmaligen Süßwasserhaie leben und die sehr schönen Isletas de Granada zu finden sind. Der Ort ist ideal für ein paar Tage Aufenthalt, an denen man durch die Gassen schlendert und emotive Eskapaden zu Vulkan und See unternimmt.
Honduras. ein Land drei Welten
Die natürliche, archäologische und kulturelle Vielfalt lassen dieses schöne Land zu einem Stück Erde voller Emotionen werden, die es zu erleben und zu entdecken gilt. Diese drei großen Werte schließen große Attraktionen ein. Auf der einen Seite die üppige tropische Natur mit den größten und am besten erhaltenen Regenwäldern der Region, daher auch der Name »Klein-Amazonas von Zentralamerika«; zum anderen die glanzvolle Mayavergangenheit, mit Ciudad Luz de Copán als Mittelpunkt, sowie jene Art großes Erdenparadies, das die honduranische Karibikküste zu sein scheint. Den Tauchfans sei noch gesagt, dass sich zwischen den Inseln Utilla, Roatán und Guanaja eins der bedeutendsten internationalen Tauchgebiete befindet und dass der Küstenabschnitt zwischen Puerto Cortés und Puerto Lempira zu den unberührten und unerforschten zählt, denn es wird hier gerade erst mit Beherbergung begonnen, und die Anlagen stehen vereinzelt, wodurch dieses so stille und unberührte Ambiente der abgeschiedenen und einsamen Stätten bewahrt wird. Der gesamte zentrale Teil des Landes ist beeindruckend spektakulär; angenehm ist auch die Hauptstadt Tegucigalpa und Städte wie Comayagua und Gracias, die ihre einstigen historischen Zentren der Kolonialzeit noch heute wie Juwele hüten.
Costa Rica. die Reise Ihres Lebens
In Costa Rica angelangt, verweilt man nur wenige Stunden in der Hauptstadt San José, die elegant ist und gut versehen mit aller Art Dienstleistungen und Erleichterungen, um die Reise fortzusetzen zu einer der so berühmten Naturlandschaften dieses Landes, wo der Staat über Jahre hinweg eine dynamische Politik der Erhaltung verfolgt, in deren Ergebnis es heute, neben anderen Arten des umweltgerechten Vorgehens, mehr als 30 große Naturreservate, eine weitere gute Anzahl Refugialgebiete für Flora und Fauna gibt. Der Besucher genießt hier ganz nach Wunsch und ohne Zeitdruck die landschaftliche Schönheit der Natur, die goldgelben Sandstrände wie in Manuel Antonio oder jene in Conchal von glänzendem Weiß. Auch erwarten ihn Bäche, Vulkane, Seen, Berge, Senken und exotischer Wald in vielen Grüntönen: Graugrün an den Vulkanen wie dem Irazú, das satte Grün der Wälder von Corcovado und das leuchtende Grün des Regenwaldes von Monteverde. Der Besucher kann die berauschende Fahrt durch die Kanäle von Tortuguero oder das aufregende Erlebnis im Schlauchboot über die Stromschnellen des Reventazón ablösen durch das mundane Leben des Zentralen Hochlandes (Meseta Central) mit erstklassigen Hotels und diversen Annehmlichkeiten, die sowohl mitten im Wald als auch in Dörfern und Städten anzutreffen sind. Von Nord nach Süd und von Ost nach West wechseln die Klimate und Oberflächengestalt des Landes. Trockenwald, Regenwald, Wald gemäßigter Breiten, Kältewald und Ödland begünstigen die Vielfalt in der Tierwelt des Territoriums, in dem vier Prozent der weltweit lebenden Arten vertreten sind. Etwa 500 Kilometer Kordilleren durchziehen das Land und präsentieren majestätische Vulkane und sanfte Anhöhen, in denen unzählige Schluchten und Flüsse ihren Anfang nehmen, deren Wasser gleichermaßen dem unberührten Wald wie auch den von Menschenhand bestellten Äckern zugute kommt. Den Besuch in Monteverde und Tortuguero, für Naturfreunde die besten Destinationen, darf keiner versäumen. Auch sollte man sich Strände wie Flamingo, Espadilla und Carrillo sowie viele andere, die die Küste zur Karibik und dem Pazifik zieren, nicht entgehen lassen. Diese Reise wird man sein Lebtag nicht vergessen.
Panama. die zu entdeckende Route
Zwar gilt dieses kleine Land durch den transozeanischen Panamakanal seit geraumer Zeit nur indirekt als touristische Destination, doch kommt es jetzt als solche in Mode, und das aus gutem Grund. Beispielsweise besitzt die Hauptstadt einen der bedeutendsten und dynamischsten Flughäfen Lateinamerikas, hat sich zum Zentrum des Immobilieninvestment entwickelt und ist ein sehr gefragter Veranstaltungsort von Kongressen, Events und Incentivereisen. Sie ist eine moderne kosmopolitische Großstadt in steter Entwicklung; stark vertreten sind Hotellerie sowie Geschäfts-, Unternehmens- und Banktätigkeit; parallel dazu die Märkte des Kunsthandwerks sowie Traditionelles und Historisches wie die Kirche Iglesia Metropolitana, die Plaza Bolívar und der Palacio Nacional. An seinen weiten Küsten zur Karibik und dem Pazifik besitzt Panama vortreffliche Strände, und im Meer findet man Wunderbares; so die Insel Kuna Yala, Heim der Kunaindianer; auch Taboga, San Blas, Contadora und die zwar abgesonderte doch erstaunliche Inselgruppe Bocas del Toro. All diese Stätten sind ideal, der realen Welt für einige Tage zu entfliehen und sich vom Komfort der ausgezeichnet konzipierten Hotels verwöhnen zu lassen. Es empfiehlt sich ein Besuch in dem zum Weltkulturgut gehörenden Darien Nationalpark, dem seine entfernte Lage unweit der Grenze zu Kolumbien der Erhaltung seiner Unberührtheit zum Vorteil gereicht. Die Angebote des panamaischen Ökotourismus konsolidieren und erweitern sich dank der Möglichkeiten der Beherbergung und der – nicht unbedingt traditionellen – Rundreisen zu den unvergleichlichen Szenarien in den Naturparks und Naturreservaten mit ihren dichten tropischen Wäldern, in denen die Tiere auf freier Wildbahn leben. Eine der besten Optionen bietet die Westprovinz Chiriquí mit dem Meerespark des Golfes von Chiriquí, dem Vulkan Barú, den Flüssen Caldera und David, mit tropischen Wäldern, großen Kaffeepflanzungen und der reizenden Stadt Boquete, die für ihre Blumenfestivals bekannt ist.