Platz des Malacoff-Marktes.

In der 1828 gegründeten Stadt San Juan de Dios de Cárdenas ist der klassizistische Baustil erhalten geblieben, wie im historischen Stadtkern zu sehen ist. In ihrer ersten Zeit verzeichnete sie ein schnelles Wachstum, denn ihr geschützter Hafen war eine Gewähr für einen schnellen und effizienten Abtransport der im gesamten Verwaltungsbereich geernteten landwirtschaftlichen Erzeugnisse; und recht bald wurde die Zone zum wichtigsten Zuckerproduzenten der Insel.

Den von Varadero kommenden Besucher – es liegt knapp zehn Kilometer entfernt – werden die ungewöhnlichen Skulpturen verwundern. Empfangen wird er von einem riesigen Krebs. Die künstlerische Nachbildung dieses Krustentieres ist ein Zeichen der Anerkennung, die die Bewohner des Ortes dem reichhaltigen Vorkommen dieser Tiere in der Zone zollen. An einem der Stadtausgänge noch eine besondere Skulptur, diesmal als Würdigung des Fahrrades, das ideale und viel benutzte Transportmittel in dieser Stadt mit den geraden Straßen und dem ebenen Gelände.

Die Erstlinge Cárdenas nennt man auch die Stadt der Landesflagge, denn hier war es im Jahr 1850, da diese zum ersten Mal wehte. Auf der Plaza Colón (Kolumbus-Platz) – zuerst war es der Exerzierplatz – wurde 1862 ein Denkmal zu Ehren von Christoph Kolumbus errichtet. Es war das erste auf dem amerikanischen Kontinent offiziell und feierlich enthüllte Denkmal des Großadmirals. Cárdenas war auch im Jahre 1889 die erste Stadt der Insel mit elektrischer Straßenbeleuchtung.

Das Museo Histórico José Antonio Hechevarría im Geburtshaus jenes kühnen Revolutionärs, der an der Spitze des Überfalls auf den Präsidentenpalast während der Batista-Tyrannei stand, ist von beachtlichem Museumswert. Außerdem ist das Gebäude architektonisch sehr interessant, denn es ist ein typischer Kolonialbau im neoklassizistischen Stil und ist einwandfrei erhalten.

Das nun schon hundertjährige Museo Oscar María de Rojas ist das zeitlich zweite in Kuba und eines der bedeutendsten des Landes. Die hier vorzufindenden Museumsstücke zu Geschichte, Kunst, Naturwissenschaften, Archäologie, Numismatik und Waffen gehören zu den wertvollsten und komplettesten.

Ein neues historisch und kulturell sehr bedeutendes Zentrum sui generis ist das Museo a la Batalla de Ideas (Museum der Schlacht der Ideen). Eingerichtet wurde es nach dem zähen Kampf des ganzen kubanischen Volkes für die Rückführung des Kindes Elián González.

Ein Kuriosum dieses Museums sind Birkenzweige, die US-amerikanische Eingeborene brachten. Sie kamen nach Kuba, um an Juan Miguel González, dem Vater Eliáns, ein Ritual zu vollziehen und damit die Rückkehr seines Sohnes in die Heimat zu begünstigen.

Sonstiges touristisch Interessantes in Cárdenas Die von Pferden gezogenen Kutschen, diese pittoresken Transportmittel, die an das Leben in der Stadt in längst vergangenen Zeiten erinnern, fahren schmuck und würdevoll durch die Straßen und werden für kürzere Entfernungen genutzt.

Zu den gewerblichen Schätzen der Stadt gehören Stätten wie die Fabrik Arechavala, Wiege des berühmten Rums Havana Club und wichtige Einrichtung von touristisch hohem Stellenwert, die heute noch in Betrieb ist. Der sehr alte Bahnhof der Eisenbahn, einer der ersten Kubas, gehört ebenfalls zu den touristischen Attraktionen des Ortes.

Cárdenas ist eine privilegierte Stadt, wo Vergangenheit und Gegenwart harmonisch miteinander leben. Ihre Menschen, die mit Fleiß, Liebe und Stolz auf ihre Stadt schauen, zeugen von der Vortrefflichkeit dieser Zone, die den Besucher gastfreundlich aufnimmt und würdevoll ihre Werte vorführt.