Mittelamerika
Die unendlich reiche Landenge.
Eine Brücke zwischen den beiden großen Amerikas mit Küsten an zwei Ozeanen, die eine zauberhafte Atmosphäre ausstrahlen. Ein Territorium voller Kontraste und außergewöhnlicher Kombinationen: Wald und Ruinen der Mayas, zwischen Vulkanen gelegene tiefe Seen, moderne Großstädte, Städte mit starker kolonialer Prägung, hochgelegene Nebelwälder und Inseln in tropischen Gewässern.
Mittelamerika, so klein, so groß” ist der Slogan, mit dem die sieben Länder der Landenge 2012 auf den Tourismusmärkten wieder für sich werben, in einem Jahr, das die Region in den Mittelpunkt der internationalen Aufmerksamkeit stellt. Dies ist der berühmten „Prophezeiung der Maya über den Weltuntergang” geschuldet – richtiger ausgedrückt des Endes eines „großen Zyklus” des Maya–Kalenders. Die Behörden haben beschlossen, dieses Jahr der Nachhaltigkeit der Tourismusindustrie zu widmen. Im vergangenen Sommer erklärte der Mittelamerikanische Tourismusrat das Jahr 2012 zum „Jahr des nachhaltigen mittelamerikanischen Tourismus“. Damit bekräftigte er die gemeinsame Politik, die darauf gerichtet ist, das diesen Nationen gemeinsame Erbe zu erhalten, welches ihnen erlaubt, auf dem Markt für eine Multi-Destination zu werben, die reich an Kultur und Natur ist. Das Ziel besteht darin, in der Region (die eine Gesamtoberfläche von 521.033 km² und mehr als 40 Millionen Einwohner hat) „nachhaltigen und integrierten Tourismus” anzubieten. Dabei wird von der Prämisse ausgegangen, dass in ihr alles oder beinahe alles Notwendige vorhanden ist, um den internationalen Tourismus anzuziehen. Die Region gehört zu denen mit der größten Biodiversität der Erde, es gibt ausgedehnte Wälder und Hunderte von Stränden auf 5.570 Kilometern Küstenlänge am Pazifik und am Karibischen Meer. Dieser Reichtum wird nun mit wachsenden Investitionen im Hotelwesen und in der Infrastruktur vervollständigt. Glücklicherweise kam die Entwicklung des Tourismus erst vor wenigen Jahren nach Mittelamerika, als es bereits Erfahrungen mit intensiven Modellen gab, die auf die Maximierung der Raumausnutzung und der Gewinne gerichtet waren und welche die Zukunft einiger Reiseziele in Gefahr gebracht haben. In einer Zeit des Wandels in den Entwicklungskonzepten und in der Dynamik des Tourismus sind dessen Drehpunkte heute die Multi-Destination, die Nachhaltigkeit und das Bündnis zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor zur Förderung der Entwicklung der touristischen Klein- und Mittelbetriebe und der ländlichen Gemeinden.
Integration, Promotion, Investition Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Panama werben mithilfemit Hilfe des Systems der Tourismusintegration Mittelamerikas (SITCA) und der Tourismus-Werbeagentur Mittelamerikas. Sie geben den Anstoß für neue Routen der internationalen Fluglinien und erweitern die Netze der regionalen Linien TACA und Copa. Gleichzeitig geben sie – gemeinsam oder länderweise – mehr für Werbung und Präsenz auf großen Messen wie FITUR, ITB oder WTM aus, sowie auf denen weit entfernter Märkte wie MITT Moskau, ohne dabei ihre eigene Werbeplattform zu vergessen: Centroamérica Travel Market (CATM). Produkte wie die Koloniale Route und die Route der Vulkane oder der Führer für die Region Mittelamerika der Orte, die zum Welterbe gehören , der Streifzüge durch Stätten natürlichen, archäologischen und architektonischen Reichtums vorschlägt, sind ein Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen. Diese sind darauf gerichtet, dem Reisenden eine Region nahe zu bringen, in die jedes Land seine Besonderheiten einbringt und so selbst zu einer Multi-Destination wird, wobei die Stärken seiner Nachbarn genutzt und die Angebote vervollständigt werden. Costa Rica, das jährlich mehr als zwei Millionen Touristen und etwa 250 Zwischenlandungen von Kreuzfahrtschiffen empfängt (18% der Tourismustätigkeit), war in diesem Jahr Tagungsort des Internationalen Gipfels des Gesundheitstourismus, einer Form des Tourismus, die diesem Land jährlich etwas mehr als 15.000 Besucher und 560 Millionen Dollar beschert. Das Land, das eine erfolgreiche Entwicklung des Abenteuertourismus und des Wellnesstourismus verzeichnen kann, unterzeichnete in den letzten Monaten Abkommen über den Offenen Luftraum mit Brasilien und Kanada. Es unterstützt Investitionen für Fünf-S Sterne-Einrichtungen in Guanacaste (Pazifik) bei den Projekten Dreams, Las Mareas, Resort & Spa (AMResorts, 400 Zimmer, Spa und Räumlichkeiten für Tagungen), Paradisus, Papagayo Bay (Meliá Hotels International, 381 Zimmer, Spa) und einem Hotel PURE (Oriens Travel & Hotel Management, Zimmer, Eigentumswohnungen, Bungalowanlagen und Golf).
Vor einigen Monaten kündigte Starwood Hotels & Resorts Worldwide, Inc. die Eröffnung seines ersten All-Inklusive-Resorts in diesem Gebiet an, des Westin Resort & Spa Playa Conchal, das immer mehr Reisende aus aller Welt auf dem Flughafen von Liberia empfängt. Honduras, das Land, das im Jahr 2010 die meisten Kreuzfahrtreisenden empfing (800.000), vor Belize (750.000), Costa Rica (385.000), Panama (331.000), Guatemala (89.000), Nicaragua (36.000) und El Salvador (2.360), will 2011 die Zahl 900.000 erreichen. Kürzlich wurde bei der Veranstaltung Honduras is open for Business den Anlegern aus mehr als 70 Ländern ein Kapitalanlagenangebot mit einem Wert von 500 Millionen Dollar vorgestellt, zu dem Projekte wie ein Kreuzfahrtkai in Tela, Hotels und die schwimmenden Diskotheken La Ceiba und Lago de Yojoa, Unterbringungsmöglichkeiten in den Bergen mit Spa in Santa Bárbara, ein Flugplatz in Copán und ein Canopy im Nationalpark Celaque gehören. Gleichzeitig kündigte es für Ende 2013 einen fünften internationalen Flughafen in der Nähe der Hauptstadt an. Eines der größten Projekte ist das der Residenzen und Marinas in Port Royal, auf den Inseln Bahía, mit mehreren Hotels, Wohnungen und Mehrfamilienhäusern für 268 Millionen Dollar. Nicaragua, das vorhat, im Jahr 2011 eine Million internationaler Touristen zu empfangen, hat bereits seine eigene Tourismusmesse (Fenitur) gegründet und kündigte unter anderen Projekten den Bau zweier Jachthäfen in Bluefields und Corn Island an. Insgesamt empfingen die Länder der Region 11,8 Millionen Besucher im Jahr 2010. Diese Ziffer schließt sowohl Touristen als auch Exkursionsteilnehmer ein, die nur einen Tag im Land sind, meistens Kreuzfahrtteilnehmer. Auch wenn die Region selbst weiterhin der wichtigste Entsender ist, (41,8% des Gesamtumfangs), gefolgt von Nordamerika (37,1%), erreichte Europa inzwischen den gleichen Stand wie Südamerika (etwa 9%) und kam auf 760.170 Touristen (4% mehr als 2009). Hauptentsendemärkte sind hier Spanien, Deutschland, England, Frankreich und Italien. Im letzten Jahr eröffneten Fluglinien wie Iberia, Air Berlin und Thomson neue Routen oder steigerten die Häufigkeit ihrer Flüge in die Region. Iberia z.B. fügte zu den Flügen nach Costa Rica und Guatemala neue Routen nach Panama und El Salvador hinzu. Diese und andere Verbindungen sowie die Eroberung neuer Märkte wie des russischen werden entscheidend sein in dem Bestreben, 10 Millionen Touristen im Jahr 2012 aufzunehmen (20% mehr als im Jahr 2010), mit Einnahmen von mehr als 8,5 Milliarden Dollar, wobei noch die Anzahl der Tagesbesucher hinzukommt.