Holguín
Holguín, mitten in einem großen Paradies Nun dieses hier im Kleinformat Bei Anbruch der Dunkelheit erreichen wir den Strandort, und unser Wagen hält am Hotel Brisas Guardalavaca. Mit dem Reiseleiter, der uns die ganze Zeit über begleitet hat, gehe ich an die Rezeption. Mit einem lächelnden Blick auf die Hotelangestellte versichert er mir: „Sie sind in guten Händen.“ Jene Nacht habe ich bis 7.00 Uhr morgens wie ein Murmeltier geschlafen. Nach dem Frühstück gehe ich an den Strand; es ist herrlich, so als strahle die Sonne der Karibik heller als anderswo. Zum Tauchen reicht meine Zeit nicht, und ich verlasse mich auf eine weitere Gelegenheit, einen Tauchtrip zum Korallenriff zu unternehmen.
Die Zeit am Strand war für mich wundervoll. Das laue Wasser ist einmalig. Es war ganz zweifelsohne das schönste Bad des Lebens. Etwa um 11.00 Uhr bin ich in Shorts und T-Shirt startbereit nach Cayo Naranjo. Dort will ich mir die Delphinshow ansehen und auch zu Mittag essen; man hatte mir das Ambiente als etwas Besonderes empfohlen.
Die Wendungen der Delphine und der Dresseure bereiten mir Vergnügen. Auf einem Erinnerungsfoto küßt ein Seehund mein Gesicht; dann tauche ich wieder unter und bade diesmal mit einigen Delphinen. Es ist dieses ein unbeschreibliches Erlebnis.
Am Nachmittag fahre ich mit dem Boot wieder zurück. Gleich an der Pier besteige ich ein zugähnliches Fahrzeug und habe Glück, denn es fährt bis zum Chorro de Maita, dieser bedeutenden archäologischen Stätte. Hier erfährt der Besucher auch einiges über das Leben in einem Taino-Dorf. Für heute soll es nun genug sein. Der Tag war zwar erschöpfend, doch hat er mir unvergessliche Erlebnisse beschert.
Cayo Saetía, ein Traum wird Realität Um 7.00 Uhr morgens bringt mich ein Helikopter zu dem 15 Flugminuten entfernten Cayo Saetía, und ich habe mich für meine gute Wahl beglückwünscht, die ich unter den vielen Exkursionsmöglichkeiten getroffen hatte. Cayo Saetía ist ein unvergleichlich schönes Naturparadies. Da wir recht früh hier landeten, konnten wir die meisten der hier in freier Wildbahn lebenden Tiere sehen – Zebras, Nandus, Krokodile, Weißschwanzhirsche, Vögel, Wasserbüffel u.a.
Fortgesetzt wird das Abenteuer auf See in Form einer Jachtfahrt auf der spektakulären Bucht von Nipe, an deren Ufern viele kleine Strände zu finden sind. Mein Mittagessen ist ein ländliches Gericht, Wildschweinebraten von einem am Morgen erlegten Tier. Nach Guardalavaca kehren wir am Nachmittag zurück, und mir verbleibt noch Zeit für einen Spaziergang am Strand und einen Bummel über den Boulevard, wo Dutzende von Kunsthandwerkern ihre Artikel anbieten und verkaufen. Starke Aufmerksamkeit erwecken die Bücher aus kunstfertig manuell hergestelltem Papier.
Mit einem jungen kanadischen Paar, das seine Flitterwochen in meinem Hotel verbringt, habe ich Freundschaft geschlossen. Eduard und Carla, beide sehr nett, haben mich zum Besuch des Holguiner Nachtklubs mit Revue eingeladen. Um 22.00 Uhr sind wir dort. Es ist eine Open-Air-Einrichtung, obgleich auch überdachte Flächen vorhanden sind. Wir nehmen unseren Platz unterm Sternenzelt ein und folgen den Darbietungen mit kubanischer und Musik der Karibik. Nach der Show geht es dann weiter mit Livemusik, und wir drei begeben uns auf die Tanzfläche. Zum Tanzen braucht man nicht unbedingt eine(n) Partner(in), man bewegt sich frei im Rumbarhythmus.
Die Stadt der Parks Meine Heimreise werde ich in Holguín antreten. Die Maschine startet um 17.00 Uhr auf dem internationalen Flughafen Frank País. Mir bleibt noch ein ganzer Tag zum Kennenlernen der Stadt zur Verfügung. Ich wache später auf als erwartet, und in einem Taxi OK fahre ich wieder los. Es ist eine sehr malerische Straße mit Obstbäumen zu beiden Seiten und vielen Verkäufern, die ihre Waren feilbieten.
Der Fahrer hält am Calixto García-Park. Ich gehe über den historischen Platz zum Museum La Periquera, dem Kulturhaus und dem Haus des Liedes. Ich schieße mehrere Fotos von dieser Stadt, die auch als die Stadt der Parks bekannt ist.
Im San José-Park, auch Plaza de Iberoamérica genannt, fotografiere ich die in der Sonne glänzende Bronzekuppel der gleichnamigen Kirche sowie den Loma de la Cruz (Kreuzberg). Auf dem Weg zum Calixto García-Park gehe ich in der Straße Frexes in die Souvenirshops des Kulturgutfonds und der Firma Artex, denn ich möchte Stücke kaufen, die typisch sind für die Region. Ich wähle einige Kunstgewerbeartikel aus, hervorragend gearbeitet und von geringem Gewicht, sowie zwei T-Shirts – auf dem einen ist Che Guevara und auf dem anderen der Kreuzberg zu sehen.
Um etwa 13.00 Uhr bin ich wieder im Hotel; ich will noch zu Mittag essen, packen; an der Kasse muß ich noch bezahlen (Unterkunft und Telefonate); und dann nehme ich den Bus, der mich zum Flughafen bringen wird.
Zu meinen Eindrücken kann ich sagen, mir war, als sei ich Zuschauer eines einmaligen Spektakels gewesen, in dem ich selbst der Hauptdarsteller war. In der Tat war es für mich ein ganz besonderes Erlebnis, das meine Erwartungen überstieg. Anfangs meinte ich, ein Schwärmer, ein Träumer zu sein. Jetzt aber bin ich sicher, dass diese Erlebnisse mich für immer begleiten werden. Sie haben meinen Geist und meinen Intellekt bereichert und werden ganz ohne Zweifel bewirken, dass ich recht bald auf diese Insel voller Reize zurückkehre, um noch vieles mehr davon in mich aufzunehmen.