Cienfuegos – Perle des Südens
Der Warenumschlag und das Bestreben der Engländer, sich der Überseegebiete der Spanier zu bemächtigen, waren der Hauptgrund für den Bau des Forts Nuestra Señora de los Angeles de Jagua, der 1745 abgeschlossen wurde. Von hier aus ist die ganze Bucht zu überblicken; und seine Mauern bergen viele Legenden wie jene der Dame in Blau, die ihren Blick nicht vom Horizont abwendet.
Anfang des 19. Jahrhunderts gelangen in die damalige Kolonie Fernandina de Jagua französische Siedler aus Bordeaux, Philadelphia und Louisiana. Sie waren es, die am 22. April 1819 die Stadt gründeten. Zehn Jahre später gewährt die spanische Krone die Bezeichnung eines Städtchens und 1880 dann die einer Stadt. Damit findet der in so kurzer Zeit erzielte steile Aufschwung, der im wesentlichen auf die Aktivität seines Hafens zurückzuführen ist, seinen Ausdruck. Die architektonische und städtebauliche Entwicklung der ersten Jahre zeigt starken französischen Einfluß. Diese Stadt mit ihren vielen Palästen, Theatern, Kirchen und Parks hält für den Fremdenverkehr viele Attraktionen bereit.
Zu den kulturhistorischen Werten der Stadt gehört der Triumphbogen. Er ist der einzige im Land. Die Arbeiter von Cienfuegos errichteten ihn 1902 zu Ehren der Republik. Auch die Marienkirche, Catedral de la Purísima Concepción, erbaut im Jahr 1819 und geschmückt mit französischen Buntglasfenstern, trägt hohen kulturhistorischen Stellenwert.
Zu nennen sind weiterhin: das hundertjährige Tomas Terry-Theater, das 1890 seine Türen öffnete und auf dessen Bühne der berühmte italienische Tenor Enrico Caruso, die berühmte russische Meistertänzerin Anna Pawlowa sowie andere Persönlichkeiten gestanden haben; großartige vom Glanz der Stadt zeugende Paläste – wie der Valle- und der Ferrerpalast; geschichtsträchtige Stätten – wie die Friedhöfe Tomás Acea und La Reina – und das St. Lorenz College, das im Matrosenaufstand gegen die Batistatyrannei eine wichtige Rolle spielte.
Doch zweifelsohne besteht die Hauptattraktion von Cienfuegos in ihrer Eigenschaft als Küstenstadt. Die Perle des Südens oder auch die schöne Stadt am Meer genannt, ist diese Region des kubanischen Südens nicht von der maritimen Aktivität zu trennen. Cienfuegos ist eine typische Hafenstadt und gehört außerdem zu den bedeutendsten Wassersportdestinationen. In der 88 km² großen Jagua-Bucht kann eine Wasserrennstrecke von einer Seemeile für die internationalen Schnellbootrennen eingerichtet werden. Diese finden im Jahr 2000 zum vierten Male hier statt.
Alljährlich wird in der Bucht der Gran Prix für Aquabike veranstaltet; Schirmherr ist das Ministerium für Tourismus. Auch gibt es Regatten, Wasserski oder man geht in dieses saubere und ruhige Wasser einfach nur schwimmen.
Weitere besondere Stätten, die die Perle des Südens zu bieten hat, sind die Strände Rancho Luna mit feinem Sand und ruhigen Wasser und Playa El Inglés und Playa Fría, beide in etwa 50 km Entfernung in Richtung Trinidad gelegen.
Auch die Tauchfreunde finden in Cienfuegos Raum für ihre Aktivitäten. In den Busen Barreras und Las Playitas lädt der Meeresgrund ein, an den Korallengebilden geringer und mittlerer Tiefe hinabzutauchen; doch weiter nach unten zeigt sich eine schroff abfallende Unterwasserlandschaft, in der auch Schwämme, Gorgonarien und Korallen zu sehen sind.
In der Zone gibt es die Tauchstationen Faro Luna, Guajimico und Whaleshark. Interessenten finden hier Kurse für Anfänger, Tauchgänge bei Tag und bei Nacht an gesunkenen Schiffen und an Riffen, Fahrten im Katamaran, Kajak sowie Tretbooten.
Zu den Reizen dieser schönen Stadt gehört auch ihr natürliches Umfeld. Wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt ist der Botanische Garten zu erreichen. Angelegt wurde er 1901 unter der Schirmherrschaft der Harvard-Universität. Er beherbergt mehr als 2000 Pflanzenarten sowie eine Palmensammlung, die zu den zehn komplettesten der Welt gehört.
Das Escambray-Gebirge offenbart die hiesige Natur in ihrem vollen Glanz, eine außergewöhnliche Welt in sattem Grün. Dieses Gebirgsmassiv birgt das Tierrefugium Laguna de Guanaroca-Yaguanabo-El Nicho. In diesem Refugium sind auch etwa 65 Pflanzenarten, darunter viele endemische, zu finden; auch ist es bevorzugte Niststätte von Flamingos und anderen Seevögeln.
In den Gegenden Guajimico und Valle de Yaguanabo kann man Wandern und dem Naturtourismus nachgehen.
Speläologen finden in der Martín Infierno-Grotte einen 67 Meter hohen Stalagmiten und viele andere geologische Seltenheiten.
Auch für seine kulturellen Traditionen ist Cienfuegos bekannt. Unbestrittene Bühne für Musik und bildende Kunst, wurde die Stadt in Liedern, Gedichten und Kunstwerken verewigt. Aus Cienfuegos gebürtige Musiker, Maler und Schriftsteller füllen die Seiten der kubanischen Kultur.
Diese Stadt am Meer mit Geschichte, Natur und Kultur lädt den Besucher ein, sie selbst sowie die Gastfreundschaft ihrer Menschen zu entdecken; sie öffnet dem Besucher ihre Tore und ihr Herz und hinterläßt eine angenehme schwerlich zu löschende Erinnerung.
Legenden des Ortes – Die Dame in Blau Ein seltener großer Vogel mit weißem Gefieder flog allnächtlich um Mitternacht zur Jagua-Festung. Auf seinen Ruf hin trat aus der Festungskapelle der Schatten einer Frau, groß, elegant, in blauen Brokat gekleidet, geschmückt mit Brillanten, Perlen und Smaragden; von einem durchsichtigen Schleier bedeckt, der in der Luft flatterte, wenn sie an Mauern und Zinnen vorbeiging und dann urplötzlich wieder verschwand. Diese phantastische Vision wiederholte sich mehrere Male und erzeugte Angst unter den Wächtern, die keine Nachtwache mehr halten wollten.
Ein junger eben erst angekommener Leutnant, forsch und entschlossen, übernahm die Wache. Als nun um Mitternacht der Geist erschien, ging er auf ihn zu. Was zwischen beiden geschah, ist ein Geheimnis geblieben. Am Morgen nach jener unseligen Nacht fanden die Soldaten ihren Leutnant bewußtlos am Boden und daneben einen Totenkopf, einen prächtigen blauen Umhang und den in zwei Stücke gebrochenen Degen.
Der junge Mann kam aus seiner Letargie wieder zu sich, doch hatte er den Verstand verloren und mußte in eine Irrenanstalt gebracht werden. Bis heute hat sich der Glaube gehalten, wonach die Dame in Blau an Nachmittagen erscheint und über die Mauern der Festung geht.
Marilope Um 1562 ließ sich in der Region ein Spanier nieder, der sich in eine Indianerin verliebte und mit ihr ein Mädchen zeugte. Dieses wurde zur begehrtesten jungen Frau von Jagua. Als der Pirat Jean der Gefürchtete Marilope sah, verliebte er sich sofort in sie. Sie wies in ab, und er schwor, sie zu seiner Frau zu machen, um welchen Preis auch immer. Eines Nachmittags – sie stand allein am Meeresufer – trat er zu ihr und erklärte ihr erneut seine Liebe. Abgewiesen, voller Wut versuchte er, sie auf sein Schiff zu bringen, doch sie floh zu ihrer Hütte. Ganz in der Nähe stellte sich ihr eine Gruppe Piraten in den Weg. Jean holte sie ein, und in dem Augenblick trieb zwischen ihnen eine Dornenhecke in die Höhe. Außer sich, schoß er auf sie. Marilope sank nieder und eine weiße Taube flog auf und verlor sich in den Wolken. Ein Blitz zuckte und Jean und seine Kumpane sanken bewußtlos nieder. Jeans Körper brannte wie eine Fackel. An der Stelle, an der Marilope tot umgefallen war, ging urplötzlich eine Pflanze auf voller schwefelgelber Blüten. Heute erinnert uns das alles an die Mestizin, die es vorzog zu sterben als sich dem hinzugeben, der sie nicht verdiente.
Der Schrei aus der Bucht Eines Morgens ging in Jagua ein mysteriöses Ruderschiff aus einem europäischen Land in der Bucht Don Bruno vor Anker. An den Nachmittagen sah man bei Sonnenuntergang über den Felsvorsprüngen um die Bucht eine große weißgekleidete Frau. Sie ging mit elegantem verhaltenen Schritt in Begleitung von drei aufgeputzten Damen.
So vergingen zwei Wochen; und in einer sternenklaren schönen Vollmondnacht brach ein durchdringender, lauter, menschlicher Schrei voller Qual und Schmerz das monotone Schweigen der Nacht und erzeugte Panik unter den Ansässigen. Am folgenden Morgen gingen kleinere Gruppen den Strand entlang, das nächtliche Ereignis kommentierend. Niemals wieder wurde die weiße Frauengestalr auf den Erhebungen gesichtet.
Zwei Tage später fuhr das Schiff auf das Meer hinaus und nahm das Geheimnis seines Ankerns in diesem Hafen und eine tragische Legende mit sich fort. Mit seinen vielen Legenden und seiner Geschichte, der Würde seiner Bewohner ist Cienfuegos zur Perle des Südens georden.
Die touristischen Anlagen profilieren Cienfuegos immer stärker zu einem Zielgebiet für Aufenthalt. Sonnenuntergänge; Spiele im Boulevard und der Marti-Park.
Wassersport und sonstige marine Aktivitäten prägen die Stadt Cienfuegos. Der Hafen ist Ausgangs- und Bezugspunkt für viele Aktivitäten, darunter Fahrten über die Bucht, Segeln, Tauchen u.a.
Die Perle des Südens, als die man Cienfuegos kennt, reicht wie eine Landzunge ins Meer und hat vieles zu bieten, von angenehmen Bootsfahrten bis hin zur Pracht ihrer Natur, wovon der wunderschöne Wasserfall El Nicho zeugt.
Kultur und Historie bilden den Kern der Stadt Cienfuegos. Im vorangegangenen Text bewunderten wir die Großartigkeit des Valle-Palastes, und auf dieser Seite genießen wir eines ihrer afrokubanischen Spektakel.
Die Herzlichkeit der Cienfuegueros bleibt dem Besucher stets im Gedächtnis. Man spürt sie sowohl bei den unerläßlichen Bootsfahrten über die Bucht als auch bei den Gängen durch das Zentrum der Stadt.
Den Eheschließungen im Valle-Palast haftet etwas Märchenhaftes an. Fortsetzung findet dieser Traum beim Betrachten der Natur im Botanischen Garten oder bei den Bootsfahrten auf der schönen Bucht.
Für den Fremdenverkehr pflegt die Stadt Cienfuegos die Attraktionen ihrer Traditionen, Historie und Legenden; darunter eine Spazierfahrt entlang der Uferpromenade, das Flair der Kolonialzeit an ihren rustikalen Bauten sowie das Rustikale und die Einfachheit der Ortschaft El Nicho.
Der Martí-Park ist das Herz der Stadt. Er ist Treffpunkt für Einheimische und Fremde. Hier kann man spazieren und die sinnbildlichen Bauten der Stadt betrachten.