Die Landschaft dieses Landes hat die Macht, auch beim widerspenstigsten städtischen Asphaltliebhaber den Wunsch entstehen zu lassen, im Wald zu verweilen und einzigartige und spektakuläre Orte zu besuchen.

Dieser Wasserfall, der unter den Indios, seinen wahren Entdeckern, als Kerepakupai Vena bekannt ist, was in der Sprache der Pemon „Sprung des tiefsten Ortes“ bedeutet, ist mit 979 Metern Höhe der höchste der Welt. Aber um diesen einzigartigen Anblick bewundern zu können, muss man zuerst in den Bundesstaat Bolivar fliegen und danach auf einer Flussreise und einem Fußmarsch mehrere unvorhergesehene Schwierigkeiten überwinden.

Canaima liegt im Bundesstaat Bolivar im Südosten Venezuelas, und eine seiner Hauptattraktionen ist der Salto Angel, der höchste Wasserfall der Welt. Diese Reise ist dazu geeignet, dem Geist der Erde und ihren Anfängen zu begegnen. Wir brachen für diese Erfahrung um 04:00 Uhr vom Lager Canaima auf, einem ruhigen Ort, an dem nur das Geräusch des Wasserfalls El Hacha zu hören war, der von hier aus sichtbar ist. Die Gruppe, zusammengesetzt aus Journalisten verschiedener Länder, vereinte das energische Temperament der Jugend mit der Wehmut einiger, nicht in der Lage zu sein, wie Gazellen zu laufen. Die Indios Pemon, die die touristische Nutzung des Platzes leiten, waren unsere Führer auf einer Strecke, die zunächst ein einfacher Spaziergang zu sein schien. Doch von dem Moment an, an dem wir zum Hafen Ukaima kamen, begann das Erlebnis des Abenteuer-Tourismus. Der Hafen, von dem die Boote abfuhren, war einfach nur eine Stelle am Ufer eines Flusses mit schnellem Lauf und viel Bewegung. Mehrere Kanus, genannt Curiara, bildeten die Flotte. Sie sind drei bis fünf Meter lang und aus dem Stamm eines Baumes gefertigt, an dem ein starker Außenbordmotor befestigt ist, unerlässlich für die Bewältigung der langen Distanzen und der immer wieder auftretenden Schwierigkeiten auf den Wasserstraßen. Somit saßen, als sich der Morgennebel langsam auflöste, jeweils 10 Expeditionsteilnehmer dicht bei dicht in einer Curiara mit einem Pemon am Heck beim Motor und einem am Bug mit einem traditionellen Ruder, der dafür sorgte, den Stromschnellen, Strudeln und dem Zusammenprall mit Steinen auszuweichen. So reisten wir insgesamt etwa 140 Kilometer an diesem Tag (hin und zurück), zunächst auf dem Fluss Carrao und dann, nach einer halben Stunde Fußmarsch, wegen der Unmöglichkeit, auf einem sehr heftigen Flussabschnitt in den Curiaras zu verbleiben, weiter auf dem Fluss Churun. Drei Stunden später landeten wir an einer steinigen Stelle mit sehr rotem Wasser, von der aus wir den imposanten Salto Angel bereits sahen, den unbestrittenen Star des Tages. Während der gesamten Reise hatten wir dichten Wald und sehr hohe Erhebungen mit senkrechten Steilhängen und flachen Gipfeln, die in Venezuela Tepuyes genannt werden, vor Augen. Der Salto Angel fällt von eben solch einer Erhebung herab. Wir erlebten eine unterhaltsame Flussreise, mussten Hindernissen ausweichen, Flussspritzer vermeiden und kamen mit guter Geschwindigkeit stetig voran, obwohl wir sie viele Male vermindern mussten, um Felsen zu überwinden und nicht in die Stromschnellen zu geraten. Bei jeder passenden Gelegenheit nahmen wir die Kameras aus den schützenden Nylonhüllen und machten die eine oder andere Aufnahme. Ein stolzer Blick Für die Erde und den Menschen gibt es keine bessere Alternative, als die Träume von einer unberührten Natur wieder zu verwirklichen. So kann das Leben erhalten werden. Dieser Anspruch ist nur an wenigen Orten der Erde unversehrte Realität und einer von ihnen ist der Nationalpark Canaima mit seinem Salto Angel. Unter den Indios, seinen wahren Entdeckern, als Kerepakupai Vena bekannt (was in der Sprache der Pemon „Sprung des tiefsten Ortes“ bedeutet), bietet der Wasserfall ein beeindruckendes Bild. Mit 979 Metern Höhe ist er der höchste der Welt. Um ihn bewundern zu können, muss man mehrere Stunden mit dem Boot fahren, zu Fuß gehen, während der Reise mit Selbstbeherrschung viele unvorhergesehene Schwierigkeiten überwinden und wird dann mit dem Privileg belohnt, dieses einzigartige Wunder zu bestaunen. Sein Name geht auf den US-amerikanischen Abenteurer Jimmy Angel zurück, der 1937 mit seinem Flugzeug auf dem Gipfel des Berges landete, von dem das Wasser hinabfällt. Die Historiker streiten jedoch nicht ab, dass es viele andere Begegnungen von Menschen der westlichen Welt mit diesem wahrhaftigen Schauspiel gegeben hat. Eine der ersten wird zum Beispiel dem Spanier Fernando de Berrio zugeschrieben, Entdecker und Gouverneur im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert, der als erster Ausländer gilt, der diese Schönheit bewunderte. Tatsache ist, dass dieser Schwall von Wasser und Schaum weiterhin von der Hochebene Auyantepuy in die Tiefe fällt, wie ein Wunsch nach Ewigkeit. Ein wahrhaft starker Eindruck Nach fast unpassierbaren Wanderwegen durch den Wald gelangt man an den Aussichtspunkt des Wasserfalls, auf Pfaden, die die Indios immer wieder neu freilegen müssen. Es regnet reichlich und die Feuchtigkeit hilft, die organischen Substanzen zu zersetzen, die den Wald ernähren und die Vegetation wächst explosionsartig. Die nasse Erde, die Wurzeln und Äste, zusammen mit den rutschigen Steinen, zwingen dazu, langsam zu gehen, um nicht zu fallen oder sich den Fuß zu verstauchen, was sehr gefährlich wäre, denn wer hier plötzlich nicht mehr laufen kann, dessen Rückkehr wird zu einer sehr schwierigen Angelegenheit. Wie ein ständiges Tosen hört sich das Fallen des Flusses an und es übertönt das typische Rauschen des Regenwaldes. So beherrscht der Wasserfall alles rundherum und sein Sprühregen ist Quelle des Lebens für den Wald selbst. Wir alle wiederholen: „Das ist ein göttliches Werk der Natur“, obwohl jeder einzelne es nicht genau mit diesen Worten sagt. Die größte Wirkung ist, dass wohl jeder überzeugt davon zurückkehrt, dass wir den Planeten schützen müssen.

Nationalpark Canaima Die Umgebung des Salto Angel ist der Nationalpark Canaima, der eine reiche Fauna aufweist, die Boas, Vipern und viele andere Reptilien, sowie Ameisenbären, Raubkatzen und eine Vielzahl großer Säugetiere einschließt. Er wurde am 12. Juni 1962 zum Nationalpark und im Jahr 1994 zur Weltreserve der Biosphäre erklärt. Seine Fläche beträgt 30 000 Quadratkilometer, er reicht bis zu den Grenzen zu Guyana und Brasilien und zählt wegen seiner Ausmaße zu den größten der Welt. Über 65 Prozent seines Territoriums besteht aus, Tepuyes genannten, felsigen Hochebenen, die eine biologisch einzigartige Umwelt beherbergen und von großem geologischen Interesse sind. Der Nationalpark liegt südwestlich des Orinoco-Deltas in der Region, die als Bergland von Guyana bekannt ist, im Amtsbereich der Distrikte Piar und Rocio, Bundesstaat Bolivar, wohin man mit Tourismus-Paketen gelangen kann, die vertraglich mit Venezolana de Turismo (Venetur) vereinbart werden, dem größten Reiseveranstalter des Landes, innerhalb des Ministeriums für Tourismus (Mintur), der Ausflüge für einen Tag oder eine Woche mit Unterbringung im Camp Canaima offeriert. Mehrere Fluggesellschaften bieten tägliche Flüge vom Flughafen Maiquetia oder von der Stadt Guayana nach der Lagune Canaima und nach Santa Elena de Uairan an. Sehr aktiv ist die Touristenlinie Aerotuy (LTA), die Charterflüge mit Flugzeugen vom Typ ATR 42 betreibt. Rafting, Klettern, Wandern und Tierbeobachtungen sind die wichtigsten Formen des Tourismus an diesem Ort. Ein Team von Indios Pemon organisiert die Touren und wirkt im Basis-Camp, für dessen gesamte Betreibung sie verantwortlich sind.

Praktische Ratschläge Für die Reise zum Salto Angel brauchen Sie lange Hosen, feste Schuhe und ein Hemd mit Ärmeln, einen Regenmantel, Insektenschutz, Hut oder Kappe und Sonnencreme für die Flussreise sowie für alle Fälle einen Rucksack mit Tabletten für eventuelle Kopfschmerzen, Wasser, etwas Schokolade oder anderen Lebensmitteln mit hohem Heizwert und Energiegehalt. Für weitere Informationen besuchen Sie: www.venetur.gob.ve