Karibische Köstlichkeiten
Heutzutage, da Mediziner empfehlen, mindestens viermal wöchentlich Fisch zu essen, werden Rezepte aus Karibikstaaten immer beliebter, sowohl aufgrund ihrer positiven Wirkung auf die Gesundheit, als auch aufgrund ihres vorzüglichen Geschmacks. Es lohnt sich, eine Reise zu den Ursprüngen der heutigen Küche der kleineren und größeren Karibikinseln zu unternehmen.
Historiker führen das Entstehen vieler Fischgerichte auf die Ankunft des Seefahrers Christoph Kolumbus 1492 zurück, sowie auf die Eindrücke, die er und seine Begleiter von den Bräuchen der Menschen in der sogenannten Neuen Welt hatten.
Das Entstehen vieler Fischgerichte auf die Ankunft des Seefahrer
Es offenbarte sich ihnen eine vielfältige Vegetation, Früchte und tropische Pflanzen – ein Paradies. Dieses Paradies besteht aus 7000 Inseln, die sich über eine Fläche von mehr als 2000 Seemeilen ausdehnen, vom Süden Floridas in den Vereinigten Staaten bis nach Venezuela. Zu den zahlreichen Karibikinseln gehören Kuba, Haiti, die Dominikanische Republik, Puerto Rico, Jamaika, Guadalupe, Barbados, Martinique, Trinidad, Santa Lucía und Antigua, um nur einige zu nennen.
Alles veränderte sich als die Europäer begannen, afrikanische Sklaven in die Region zu bringen, die auf den riesigen Zuckerrohrplantagen arbeiten sollten. Hinzu kamen Migranten aus China und Indien, die ihre eigenen Essgewohnheiten mitbrachten, von denen auch die Spanier beeinflusst wurden, die diese wiederum mit auf die Iberische Halbinsel nahmen.
Auf diese Art und Weise haben die karibischen Gerichte die europäische Küche beeinflusst und bereichert, mit ihrer Vielfalt an Gewürzen, Fleisch, Gemüse und Früchten – besonders Kokosnuss, Ananas, Guave, Mango, Banane, Papaya, Mamey und Tamarinde – ohne dabei den Einfluss von Avocado, Okraschote, Kürbis, Brotfrucht, Aubergine, Chayote, Maniok, Süßkartoffel, Bohnen, Paprika und Chili zu vergessen.
Doch die Hauptrolle spielt in vielen karibischen Rezepten das Meer, was sowohl an seiner Nähe, an seinem Einfluss auf die sozialen Strukturen und die Nahrungsbeschaffung, aber auch am Reichtum und der Vielfalt an Fischen, Garnelen, Langusten, Krebsen und Mollusken liegt.
Calalú: Eintopf mit Fisch und Okraschoten
Calalú, ein typisch karibisches Gericht, wird regional unterschiedlich zubereitet. Auf Kuba nimmt man Mehl und Schweinefleisch, im vorliegenden Rezept wird aber Fisch verwendet. So wurde es in Afrika zu Ehren der Götter zubereitet und so geschieht es noch heute in Haiti, Guadalupe und Trinidad und Tobago.
Zutaten
1 Kilo Weißfisch: Meerbrasse oder Zackenbarsch 1/2 Kilo zarte Okraschoten 8 Esslöffel Butter
Wasser
1 große Zwiebel in Ringen 4 Teelöffel Mehl 2 Esslöffel Tomatenketchup 1 1/4 Teelöffel Salz 1/4 Teelöffel frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 3 Esslöffel in Senfsamen eingelegtes Gemüse, gehackt 10 bis 12 Tropfen scharfe Sauce 1 Teelöffel Worcestersauce
Zubereitung
Fisch andünsten. Haut und Gräten entfernen und in Stücke schneiden. Beim Dünsten entstandene Flüssigkeit beiseite stellen. Okraschoten waschen und in dünne Ringe schneiden. In einem Topf 5 Esslöffel Butter erhitzen. Okraschoten hinzufügen und ca.15 min. braten, bis die Flüssigkeit vollständig verdampft ist. Die Okraschoten mit kochendem Wasser bedecken und erneut aufkochen. Von der Kochstelle nehmen, abgießen und beiseite stellen.
In einem Topf die restliche Butter erhitzen. Die Zwiebelringe hinzugeben und in ca. 7 min. glasig dünsten. Das Mehl hinzufügen. Umrühren und ca. 3 min. bei schwacher Hitze kochen lassen. Ketchup, Salz, Pfeffer, eingelegtes Gemüse, scharfe Sauce, Worcestersauce und den Fischsud, der beim dünsten entstanden ist, hinzufügen und ca. 12 min. kochen. Okraschoten und Fisch hinzufügen und bei schwacher Hitze nochmals erwärmen.