Varadero. Einmal Anders
Betrachtet man das über Varadero bereits umfassend Geschriebene, dann ist es nicht einfach, einen Text oder Reportage zu verfassen, die ebenso glänzend wird wie der Ort, der dazu inspirierte. Sogar die in den zuverlässigsten und ausgezeichnet dokumentierten Reiseführern gebotene Information, obgleich nahezu komplett, wird, vergleicht man sie mit der Realität, von dieser weit übertroffen.
Gewiss ist es auch nicht einfach, die Destination in ihrem ganzen Ausmaß und Format vorzustellen, denn im Allgemeinen lässt man sich von den Hauptpunkten leiten und beschränkt sich darauf, einige der nun tausend und einmal wiederholten Ideen zu Varadero darzulegen, wie es von den Touristen nun eben verlangt wird, mit Strand, Sonne, Wassersport und Erholung schlechthin.
Woran nun keine Zweifel mehr bestehen – denn viel wurde dazu geschrieben, auch gute Bilder veröffentlicht – ist die Tatsache, dass Varadero zu den komplettesten Ferienzielen der Karibik gehört. Vorhanden sind erstklassige Beherbergungsanlagen, ein buntes Kurzweilangebot, darunter Wassersport, Reiten, Fallschirmspringen in allen Hotels und Feriendörfern; unterhaltsame Nächte in Diskotheken, Festsälen und Piano Bars; und da die Entfernung zu Havanna nicht groß ist, kann auch am intensiven Kulturleben der kubanischen Hauptstadt teilgenommen werden.
Das ist aber noch nicht alles. Daher ist es wichtig, dass man sich über die so traditionellen Hauptthemen hinaus mit den vielen Exkursionsoptionen befasst, die von den Incoming-Agenturen in Varadero angeboten werden in dem Bemühen, für mehr Reiz und Emotionen außerhalb der gebahnten Wege zu suchen. Aus unserem Angebot nun einige Kostproben.
Topes de Collantes
Dies ist eine Art Naturparadies in 800 Metern Höhe über dem Meeresspiegel inmitten der schönen Gebirgswelt der Sierra del Escambray, mit Bächen, Wasserfällen, Bergwegen für Lkw’s, Höhlen und noch vielem Sehenswerten, wie es diese wunderbaren Gegenden unberührter Natur stets bescheren.
Es gibt zwei Anfahrtswege; einmal die Landstraße mit einem Halt in der schönen Stadt Cienfuegos, im Naturpark El Cubano und in der zum Weltkulturgut gehörenden Stadt Trinidad. Übernachtet wird in einem Hotel in Topes de Collantes und am nächsten Tag die nähere Umgebung erforscht. Die andere Möglichkeit ist die Reise per Helikopter; ein echtes Erlebnis, bei dem man die spektakulären Landschaften des Escambray-Gebirges aus der Vogelperspektive betrachten kann; man kann in weniger Zeit entlang dicht bewachsener Pfade die Wälder erkunden, viele Vogelarten beobachten und an speziellen Orten Halt einlegen, so in der Gemeinde der Bergbauern Guanayara, am Wasserfall El Rocío oder am kreolischen Restaurant Casa de la Gallega. Topes de Collantes ist 249 Kilometer von Varadero entfernt.
Matanzas
Die Exkursion nach Matanzas, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, zu der auch Varadero gehört, nimmt war nur ein paar Stunden in Anspruch, ist aber von viel Sehenswertem geprägt. Die beide Orte verbindende Straße verläuft unweit des Küstenstreifens und bietet auf etwa 30 Kilometer Strecke wunderschöne Aussichten.
Besonders beeindruckend ist der Blick von der Anhöhe aus, bevor die Talfahrt in die Stadt beginnt: man erblickt eine Landschaft im Farbenmix: das Blau der Bucht, die Palette der diversen Farbtöne der Stadt und als Hintergrund das Grün der Natur. Ein erster Halt gilt den Bellamar-Höhlen, diesem immensen System unterirdischer Galerien mit Stalaktiten und Stalagmiten neben anderen bizarren Formationen, die insgesamt einen Schauplatz bilden, den es sich lohnt, in aller Ruhe zu betrachten.
In der Innenstadt gilt ein Besuch der Petruskirche, ein wahres Kleinod der Sakralkunst. Am Parque de la Libertad, dem Park der Freiheit, steht die von dem französischen Pharmazeuten Triolet gegründete und heute als Museum fungierende alte Apotheke, heute Museo Farmacia Francesa de Triolet, die weltweit einzige ihrer Art, vollkommen original. Als Apotheke diente sie von 1882 bis 1964 und heute birgt sie Kollektionen von insgesamt etwa 10 Millionen Stück, darunter Flakons, Etiketten, Elixiere, Sirup, Säfte und andere Seltenheiten.
Diese Ausfahrt präsentiert ein adrettes und sauberes Matanzas mit hunterjährigen Bauten, mit Flüssen und Brücken, weshalb die Stadt auch das kubanische Venedig genannt wird. Für einen schönen Abschluss sorgt ein Besuch der Wallfahrtskapelle Monserrate und weiter dann zum Rancho Gaviota, wo uns ein typisch kubanisches Mittagessen mit Spanferkel als Hauptgang erwartet und danach mehrere Optionen zur Wahl stehen wie Boot fahren, durch die Felder wandern oder Reittouren über Wege zwischen Palmen und Obstbäumen.
Per Jeep ins Yumuri-Tal
Diese Exkursion ist voller Emotionen und nimmt den ganzen Tag in Anspruch.
Gefahren wird mit Jeeps, die von den Touristen selbst gesteuert werden dürfen, nur muss dazu ihr Führerschein in Ordnung sein. Im Gelände gibt es Erdaufschüttungen, alternative Feldwege und anderes dieser Art, sodass es mitunter an die Bilder aus Berichten über große internationale Rallyes erinnert. Die Strecke unserer Safari beträgt etwa 150 Kilometer. Zum Fotografieren und Kräftigen wird gehalten. Die Fahrt führt an Bauerndörfern, Saatfeldern und Flüssen vorbei.
Ein besonderer Moment ist der Besuch bei einer Familie, wo tropische Früchte frisch vom Baum angeboten werden; auch ein guter kubanischer Kaffee und Brunnenwasser wird gereicht. Von hier geht es nach Norden in Richtung Küste. Ziel ist Playa Coral, sehr empfohlen zum Schnorcheln an dem nur wenige Meter von der Küste entfernten Korallenriff mit seiner reichen submarinen Flora und Fauna. Auf einem Seitenweg wird die Fahrt fortgesetzt zur Saturn-Höhle.
Hier sprudelt, zu einer erfrischenden Abkühlung einladend, eine klare und sehr frische Quelle. Die Stadt Matanzas im Rücken, begibt sich die Karawane nun ins Yumurí-Tal. Hier wird Mittag gegessen und danach ist Freizeit. Als Abschluss gibt es auf der Rückfahrt nach Varadero eine wunderschöne Fahrt auf dem Canímar. Die gesamte Zone – sie zählt zu den schönsten Gegenden Kubas – ist geschütztes Gebiet.
Kreuzfahrt mit sonne
Wer das idyllische Bild von perfekten Stränden unter der Tropensonne und weitab von der Welt liebt, wo man zwischen bunten Fischen tauchen und bei der Fahrt über das türkisfarbene Meer saubere Luft atmen kann und stets von neuen Emotionen erfüllt wird, hat Crucero del Sol in Reichweite, eine der besten Exkursionen in Varadero. Die Abholung am Hotel erfolgt frühzeitig.
In der Marina im Ort Varadero geht es an Bord des Katamarans. Mit gefüllten Kühlschränken sticht er in See. Die Route führt vorbei an kleinsten Inseln, auf denen Möwen und Kormorane nisten und deren Herz von grüner Farbe ist und die sandigen Küsten silbrig schimmern.
Auf dem Meer gilt der erste Halt einem Bad in Gesellschaft von Delfinen, und das nächste Mal wird unweit des Korallenriffs gestoppt. Auf den Schiffen steht alles Nötige zum Schnorcheln zur Verfügung. Doch das Beste hieran ist, wie sich die Fische an die Präsenz des Menschen gewöhnt haben. Es ist beeindruckend, sie in so großer Anzahl zu sehen.
Sie schwimmen aus Neugier heran oder auch um diesen oder jenen Bissen zu schnappen, mit denen sie die Crews der Katamarane verwöhnen; so als wollten sie ihnen sagen: »Kommt ruhig, ihr Tierchen, diese Herrschaften werden euch nichts antun.« Für die zweite Tageshälfte ist das Beste reserviert.
An Cayo Blanco geht es an Land, man nimmt einige Quadratmeter Sand in Beschlag, tankt Sonne und schwimmt, bevor man sich frische Langustenschwänze, reichlich Garnelen oder Fisch vom Inselsockel schmecken lässt und dann nach wenigen Stunden die Rückfahrt angetreten wird. Es ist später Nachmittag, und die Sonne beginnt unterzugehen; es ist wie eine Art Abschluss eines Tages voller Erlebnisse.
Die Zucker-Tour
Bei dieser Variante des Landtourismus wird man mit den diversen Prozessen der Zuckerindustrie bekannt, Jahrhunderte hindurch der wichtigste Zweig der kubanischen Wirtschaft.
In einer stillgelegten Zuckerfabrik an der Peripherie der Stadt Cárdenas werden die wichtigsten Bereiche – Mahlen des Zuckerrohrs, Auspressen des Saftes und Gewinnung des Zuckers – erläutert. Auf den Feldern kann man Schnitter bei der Arbeit sehen, und den Abschluss bildet eine Zugfahrt mit einer über ein Jahrhundert alten Dampflokomotive zum Endbahnhof in Cárdenas, der 1875 kontruiert wurde. Die Straßen dieses alten Ortes präsentieren sich im traditionellen Kleid und ruhig. Die Tour sieht einen Besuch im Oscar María de Rojas Museum vor. Mit seinen wertvollen Kollektionen aus Geschichte, Wissenschaft, Natur und Kunst ist es eines der bedeutendsten Museen des Landes.
Varadero Golf Club
Viele Touristen kommen in diesen Badeort und wissen nicht, dass es im Varadero Varadero Golf Club eine Unterweisung für Anfänger gibt. Hier kann jeder, der seine Geschicklichkeit als Golfer entfalten will oder dieser Aktivität schlicht etwas Zeit widmen möchte, die Geheimnisse dieser Disziplin erlernen.
Zur Verfügung stehen sechs Lehrer, die in Frankreich und England in den ethischen und technischen Aspekten ausgebildet wurden, die von den Golfverbänden dieser Länder gefordert werden. Trainiert wird täglich eine Stunde ab 9.00 Uhr mit maximal vier Schülern pro Lehrer.
Die Einrichtung stellt die Schläger und Bälle für das Training zur Verfügung. Zu den Gebäuden gehört ihr Clubhaus, die ehemalige Mansión Xanadú. Jedenfals ist der Varadero Golf Club in Kuba der einzige Platz mit 18 Spielbahnen Par 72, für die Liebhaber dieser Sportart ein wahres Geschenk; denn das Gelände ist herausfordernd, vom Meer umgeben, mit weiten und geschützten Grüns mit Unebenheiten, die sorgfältige Putts erfordern, mit Bunkern und natürlichen Hindernissen wie Seen und Wind. In leichten Bodenwellen von der Anhöhe San Bernardino, dem höchsten Punkt der Halbinsel Hicacos abfallend, erstreckt sich der Platz über 6 850 Yards (6 229 m) und besitzt 5 Spielbahnen Par 5, 5 Bahnen Par 3 und 8 Bahnen Par 4.
Im Übungsbereich gibt es Putting Grüns, Chipping Grüns und Driver Range; im Caddie House das Lager, Caddies, Golf Carts, Leihspinde und Leihschläger; außerdem gibt es eine Snack Bar mit Buffet-Service für die Spieler sowie einen Pro-Shop.
Das Ziel dieser Exkursion liegt im äußersten Süden der Provinz Matanzas. Die Fahrt ist angenehm und relativ kurz, führt durch typische Ortschaften, Zuckerrohrfelder und Orangenplantagen bei Jagüey Grande. Der erste Halt gilt der pittoresken Finca »Fiesta Campesina «, eine Art Darstellung des Lebens auf dem Lande. Man vernimmt Bauernmusik live mit Gitarren- und Lautenspiel, man trinkt guarapo (Zuckerrohrsaft) und man kann viel Schönes genießen, das die Natur beschert, wie Blüten, viele und dicht belaubte Bäume, Palmenhaine, Tiere auf freier Wildbahn ...
Hier nun führt der Weg noch weiter nach Süden in die Halbinsel Zapata, das größte Feuchtgebiet Kubas und eins der bedeutendsten Biosphärenreservate der Karibikregion. Die Zone ist vorwiegend Buschgebiet; es gibt Höhlen mit transparentem Wasser wie die Cueva de los Peces (Fischhöhle) und Caleta Buena, eine paradiesische Stätte mit mehreren Naturbassins, wo das kristallklare Wasser der Karibik zum Schnorcheln geradezu auffordert.
Für den Nachmittag steht eine Fahrt mit dem Schnellboot von La Boca aus über die Laguna del Tesoro auf dem Programm. Angesteuert wird das Touristische Zentrum Guamá, mit seiner Nachbildung eines Dorfes der Ureinwohner der Insel. Dazu gibt es Bars, auch Verbindungsstege zwischen Gartenanlagen und Holzbrücken.