BEJARANO Riten des Schweigens
Agustín Bejarano (Camagüey 1964) gehört zu den hervorragendsten Vertretern der bildenden Kunst der Gegenwart. Schöpfer sehr unterschiedlicher Werke, machte er von sich reden als Grafiker, Zeichner und Maler. Seit seiner ersten individuellen Ausstellung 1979 in der Galerie Alejo Carpentier in seiner Geburtsstadt konnten die Verehrer seiner Werke diese auf mehr als 45 individuellen Ausstellungen in bedeutenden Kulturstätten Kubas und des Auslandes betrachten. Gezeigt wurden seine Bilder in San Juan, Puerto Rico; Monterrey und Distrito Federal, Mexiko; Tokio, Japan; Zürich, Schweiz; Zaragoza, Spanien; Santo Domingo, Dominikanische Republik und Toronto, Kanada. Ebenso nahm er an Hunderten kollektiver Ausstellungen teil und erhielt zahlreiche Preise auf nationalen und internationalen Events.
Bejarano zeigt uns nun sein Werk Ritos del Silencio auf eine ganz neue Art. Über diese neue Vision des Künstlers sagte die hervorragende Expertin in Bildender Kunst und Schriftstellerin Caridad Blanco de la Cruz: „Die Malerei Agustín Bejaranos ist im Wesentlichen eine Neufassung von Genres. In seiner jüngsten Serie wendet er sich immer heftiger einem Kontext zu, wie er uns traditionsgemäß normalerweise nicht dargeboten wird. Nichts von Klassik haben die Orte an sich, an die er uns mit der Geschicklichkeit eines Chirurgen führt, einen tiefen Schnitt vornehmend, um uns einige Probleme vorzuführen, die die Gesellschaft von heute ersticken: das Fehlen von Kommunikation, die Einsamkeit, die Schwäche und Machtlosigkeit des Menschen unserer Zeit gegenüber den großen auf ihm lastenden Konflikten.“
An anderer Stelle heißt es bei Blanco de la Cruz: „Wenn uns Agustín Bejarano das Leben wie ein Morgengrauen oder eine Abenddämmerung, ein Halbdunkel oder blendendes Licht der Mittagszeit darstellt, dann deshalb, weil dieses Leben noch nicht tot ist, weil es pocht und heimlich vibriert, verschwiegen, gefangen unter der Last des Schweigens, jenes, das schlicht ein Schweigen an sich sein kann oder aber bedenklich, wenn es den zum Schweigen gebrachten Menschen gehört. Die Riten sind ein Beweis der Stärke und von einem Format, das nicht um Gnade bittet. Sie versinnbildlichen Niedergeschlagenheit, doch keinesfalls Niederlage. Daher benutzte er von Frivolität unberührte Menschen, rein und klar in ihrem Wesen und dem ihrer Arbeit (Fischer, Bauern, Utopisten); Menschen, die ihre Wahrheit mit sich tragen und in der inneren Erleuchtung, meditierend, Pietät suchen; sei es, dass sie sich, auf wackligen Landungsbrücken oder rustikalen Gerüsten sitzend, der Zeit oder der unvorhersehbaren Strömung des Wassers oder ihren Träumen überlassen.“
So laden wir nun die Leser dieser Zeitschrift ein, sich dem Werk von Agustín Bejarano – diesmal sind es Los Ritos del Silencio – zu nähern. Es gibt uns das Gefühl des Eindringens in die Seele und das Weltverständnis des Künstlers.